freu(n)dlos.

freundschaft. das ist fuer mich ein wort, das von großen taten kuendet und zuneigung verspricht, das sich von selbstlosigkeit naehrt und guete saet; tugendhaft, unerschuetterlich, allgegenwaertig. ihre bedingungslosigkeit ist eines der groeßten geschenke, das ein mensch in seinem leben erhalten kann. sie verlangt keinen preis und ist doch das vertrauen, jederzeit fuer das, was man gibt, aufrichtig und ohne schuldgedanken belohnt zu werden. der freund als ihr repraesentant ist uns helfende hand und troestende schulter, ein lachen frei von schadenfreude und eine neidlose traene. die freundschaft ist also, sofern man meiner zugegeben phantastischen definition folgt, ein (durch mich) glorifiziertes heiligtum der gesellschaft und eine der wenigen reliquien unserer verkommenen sozialen wertvorstellungen. es erscheint mir traurig, dass ich eine solche beziehung, die ich ab nun zur leichteren unterscheidung "wahre freundschaft" nennen werde, weder außerhalb von filmen und buechern entdeckt habe, noch selbst erfahren durfte. beides verstehe ich nicht.
die gelaeufige definition von freundschaft ist in meinen augen nichts als eine ausdehnung des begriffes bekanntschaft. man lernt einen menschen kennen, versteht sich mit ihm -vielleicht sogar besonders gut- und nach einer weile wird aus der "bekanntschaft" ein freund. ich moechte dieses verhaeltnis nicht als etwas schlechtes degradieren. solche freunde sind unweigerlich ein wichtiger bestandteil des sozialen umfeldes eines menschen. aber groeßtenteils sind diese freundschaften doch relativ oberflaechlich.
wenn du in not bist und dich vor verzweiflung wie ein verwundetes tier windest - wie viele menschen fallen dir ein, an die du dich wenden koenntest? wie viele menschen gibt es, die dieses leid mit dir teilen und es zu beseitigen versuchen wuerden? an wie viele tueren oder fenster koenntest du unangekuendigt mitten in der nacht klopfen, ohne ein beklemmendes, unwohles gefuehl von zweifel zu verspueren? wie viele wahre freunde hast du?
ich habe mir diese fragen erst gestern wieder stellen muessen. und als unvermeidliche konsequenz muss ich mir eingestehen, dass es "nur" einen menschen gibt, auf den dies zutrifft. dieser eine mensch faellt jedoch aus dem freundschafts-schema weit in richtung liebe, was fuer mich auf keinen fall weniger wert, aber irgendwie doch etwas anderes ist. ich mag nicht ohne (wahre) freu(n)de sein. und ich verstehe nicht, wieso ich es bin. die allermeisten menschen kommen gut mit mir aus. zumindest bilde ich mir das ein. aber mehr ist es nicht, mehr wird das nie. bin ich auf den zweiten blick unausstehlich, uninteressant, eine (wahre) freundschaft nicht wert?  
das alles mag denen, die ich meine freunde nenne, ungerecht erscheinen, weil sie dadurch vielleicht dem (irr)glauben verfallen koennten, sie wuerden mir nichts bedeuten und sie waeren mir nichts wert. dem ist aber nicht so. und es tut mir leid, falls es den anschein haben sollte, dass es so waere. aber wenn ich in eine "notsituation" gerate, dann bin ich allein. das mag sicherlich auch an meiner verkorksten angewohnheit liegen, vieles in mich reinzufressen, so dass ich ohnehin nur die eher unwichtigen probleme nach außen trage. aber manchmal, so wie jetzt, muss ich mir auch luft machen.

nun gut. jetzt hab ich's getan. liebe grueße,
ich.

6.3.07 12:01, kommentieren

was bisher geschah..

trotz meiner wuensche und phantasien, die ich mit dem studium verband, musste ich nach und nach erkennen, dass es nicht das richtige fuer mich war. was ich hoffte, einmal werden zu koennen, stellte sich als eine illusion heraus, die zu erreichen ob markanter widersprueche niemand faehig waere. die vorstellung, die ich von meiner zukunft und dem berufsbild, das ich anstrebte, vor augen hatte, und die realitaet, die ganz und gar anders aussieht, sind nicht miteinander vereinbar. wie die realitaet ist, will ich nicht werden. es wuerde mir keinen spaß und mich nicht gluecklich machen. manche lachen sich jetzt vielleicht ins faeustchen und fuehlen sich in der meinung bestaetigt, dass es »nie das richtige fuer mich war«, dass ich »ohnehin zum scheitern verurteilt war«, dass ich »aufgebe«, weil ich »zu dumm, zu faul oder nicht willensstark genug war«. diesen leuten sei gesagt: ihr koennt mich mal.
ich war wider meiner eigenen erwartung gut in dem, was ich tat. ich habe, bis auf zwei klausuren in der naechsten woche, die ich mir aufgrund meines entschlusses »erspare«, alle scheinbedingungen erfuellt, die ich in diesem semester erfuellen konnte. ich war erfolgreich. aber zufrieden machte es mich nicht. und so werde ich einen neuen weg einschlagen und die physik physik sein lassen. ich bin mir noch im unklaren darueber, wohin mich dieser »neue weg« fuehren wird. aber momentan sympathisiere ich arg mit dem gedanken an ein studium der kunst und klassichen philologie - auf lehramt. wir werden sehen.

die schoene uhr, die ich vor weihnachten entdeckt habe, befindet sich noch immer nicht in meinem besitz. dafuer bin ich um einige wunderbare buecher reicher, was mindestens genau so toll ist. da ich nun nicht mehr zur uni gehe, nutze ich die zeit, meine zeichen- und malkuenste ein wenig aufzufrischen und lerne griechisch. ich merke, dass ich, seit mein entschluss feststeht, wesentlich ruhiger bin und besser schlafe. ich habe vor mir einen job zu suchen, um meine englandreise und mein kommendes studium finanzieren zu koennen, und werde mir, solange mein studentenausweis noch gueltig ist, eine x-monatskarte fuer's schwimmbad holen, damit ich ein bisschen fiter werde. ich muss mein leben mehr genießen. anders hat das keinen sinn.

4 Kommentare 30.1.07 15:15, kommentieren

wie die uhren im hades ticken.

ich habe vorhin mein »mythos narziß - texte von ovid bis jacques lacan« aus meinem buecherregal gezogen und allerlei texte gelesen. einer davon hat mir ganz besonders gefallen; so sehr sogar, dass ich nicht umhin komme, ihn der ganzen welt zu offenbaren!

enneaden I 6, 8: das schoene
[...] wie kann man eine ueberwaeltigende schoenheit erschauen, die gleichsam drinnen bleibt im heiligen tempel und nicht nach außen hinaustritt daß sie auch ein uneingeweihter sehen koennte? so mache sich denn auf und folge ihr ins innere wers vermag, und lasse das mit augen gesehene draußen und drehe sich nicht um nach der pracht der leiber wie einst. denn wenn man schoenheit an leibern erblickt, so darf man ja nicht sich ihr naehern, man muß erkennen daß sie nur abbild abdruck schatten ist, und fliehen zu jenem von dem sie das abbild ist. denn wenn einer zu ihr eilen wollte und sie ergreifen als sei sie ein wirkliches, so geht es ihm wie jenem - irgendeine sage, duenkt mich, deutet es geheimnisvoll an: der wollte ein schoenes abbild, das auf dem wasser schwebte, greifen, stuerzte aber in die tiefe der flut und ward nicht mehr gesehehen: ganz ebenso wird auch, wer sich an die schoenen leiber klammert und nicht von ihnen laeßt, hinabsinken nicht leiblich aber mit der seele in dunkle tiefen die dem geiste zuwider sind; so bleibt er als blinder im hades (im dunkel) und lebt schon hier wie einst dort nur mit schatten zusammen.

trotz den fast zweitausend jahren, die dieser text auf dem buckel hat, ist er in meinen augen ungemein aktuell. nicht nur die moderne oberflaechlichkeit der konsum- und modewelt und die zerstoererische gier nach schoenheit, auch die seelischen abgruende, die mit diesen lastern einherkehren, werden von plotin klar thematisiert und kritisiert. verstaerkt wird meine sympathie fuer diesen text dadurch, dass wort- und metapherwahl mich an meine wunderbare schulzeit im fach latein erinnern. hach, wie toll das »damals« war. da ich jetzt nicht mehr gefahr laufen kann, des schleimens bezuechtigt zu werden, moechte ich bei dieser gelegenheit noch eins hinzufuegen: ich hatte eine wirklich klasse lehrerin.

wie so haeufig, wenn mir nicht langweilig genug ist, etwas wirklich produktives zu tun, habe ich danach ein bisschen aufgeraeumt (und weil morgen heizungsmenschen kommen, die die uhren ablesen). dabei kam ich auf gestalterische ideen und habe mich an die tolle uhr erinnert, die ich beim einkaufen im hc entdeckt habe. so eine schoene wanduhr, die an die alten bahnhofsuhren englands erinnert und, glaube ich, auch erinnern soll. das gute stueck hat nur zwanzig euro gekostet und ich haette es wahrscheinlich auch gekauft, wenn ich zu diesem zeitpunkt schon irgendein geschenk gekauft haette - oder mir zufaellig zwanzig euro zugeflogen waeren. sollte ich irgendwann einmal eine eigene wohnung haben, dann werde ich jeden raum nach einem anderen motto gestalten. zwei davon stehen schon fest: england und afrika. ein drittes erscheint mir noch ein wenig unausgereift und heisst bislang auch schlicht »hoelle«. die vorstellungen, die ich von diesen drei themen habe, sind aber schon sehr detailiert - und wennes dann irgendwann so weit ist, darf die welt sehen und staunen!

hm. ich hoffe die uhr wird reduziert.

15.12.06 19:39, kommentieren

als i-ah schlittschuh fahren war und santa kraechzte.

»und nun die voraussagen fuer den heutigen tag, den 15. dezember 2006. der morgen mittelmaessig bis maessig, am mittag bewoelkt und regnerisch und am abend angenehm.«

nachdem ich mich gestern dazu entschieden habe auch heute nicht zur uni und stattdessen geschenke einkaufen zu gehen, bin ich heute morgen ausgeschlafen um neun aufgestanden (anmerkung: das mag komisch klingen, ist aber so. ich halte um-neun-aufstehen mittlerweile wirklich fuer ausschlafen), hab meinen i-ah-adventskalender gepluendert, mein saecklein gepackt und mich ins getuemmel gestuerzt. was ich dabei einmal mehr festgestellt habe: ich hasse einkaufen. ich habe mir dieses jahr eigens ein huebsches listchen gemacht, um nicht hilflos und verloren vom einen zum anderen geschaeft zu taumeln und die regale und tische nach irgendetwas huebschem abzusuchen, das ich am 24. verschenken kann. und was habe ich dann heute morgen gemacht? ich bin wie eine blinde henne auf der suche nach einem korn durch's hessen-center geirrt und habe rein gar nichts gefunden. kein buch, keinen krams, kein nichts. nach zwei stunden, in denen ich aus depression drei pink-lila blumen fuer die verpackung des noch nicht entdeckten geschenkes meiner schwester gekauft habe, war's mir dann zu bloed. also werden dieses jahr onkel ebay und tante amazon die sehnlichsten wuensche meiner lieben erfuellen.

das einzig gute, nein, schoene! an meinem »einkaufsbummel« war die dreiviertel stunde, in der ich im hugendubel umherschwaermte. ich moechte keine schleichwerbung machen. aber es ist unglaublich toll dort; zwischen all den buechern herumzulaufen und sich alle zwei drei meter mal eins, das einen ansprechenden titel oder einfach nur ein huebsches cover hat, in die hand zu nehmen und durchzublaettern. dabei ist mir wieder aufgefallen, wie viele buecher es gibt, die ich noch oder noch einmal lesen moechte. in einer meiner depressiven langweilphasen habe ich neulich z.b. kafkas »verwandlung« gelesen und gestern oder vorgestern, ich weiss nicht mehr so recht, hat meine mama mir duerrenmatts »physiker« geschenkt, das als naechstes dran glauben wird. ausserdem moechte ich »das bildnis des dorian gray« von wilde - ein unglaublich tolles buch - noch einmal lesen. es war teil meiner abitur-praesentation und hat mir, glaube ich, ganz viele punkte geschenkt. aber weil ich es auf eher wissenschaftliche art und weise zerpfluecken musste, konnte ich es nicht so richtig geniessen, was ich unbedingt nachholen muss.

auch wenn ich heute keine zeit dazu haben werde, erwartet mich gegen ende des tages mein woechentlicher hoehepunkt, weil ich dann matze sehen kann und nicht schon um neun wieder nachhause fahren muss. ausserdem glaube ich, dass der weihnachtsmann, den seine nachbarn vorletzte woche aufgehaengt haben und der seither 24 stunden am tag (!) jingle bells in midi-qualitaet vor sich hindudelte, endgueltig den geist aufgegeben hat. als ich gestern da war, hatte er naemlich nur noch ganz verzerrt gekraechzt. ich hoffe, heute ist er tot!

in diesem sinne
»oberschwester eine tasse tee?
inspektor lieber schnaps.«

2 Kommentare 15.12.06 13:13, kommentieren

stell dir vor, du machst das licht an und siehst es nicht.

es ist mal wieder eine ganze weile her, seit dem ich das letzte mal etwas geschrieben habe. und wahrscheinlich wuerde ich auch jetzt nicht dazu kommen, wenn ich mich heute morgen nicht vollkommen lustlos und schlafsuechtig dazu entschieden haette, die uni heute uni sein zu lassen. ausserdem seh ich in letzter zeit wieder so viele, die ihren blog fuellen, dass ich auch wieder ein wenig lust bekam.

so. was ist mittlerweile in meinem leben passiert?
meine kreative ader, von der ich geschrieben hatte, pocht weiter still vor sich hin und findet keine gelegenheit, richtig befriedigt zu werden. das studium beansprucht so unglaublich viel zeit, dass ich staendig in schwere depressionen verfalle, weil ich nichts anderes mehr tue als an dinge zu denken, die mich anoeden (- ausser matze zu besuchen, weil ich mich wahrscheinlich morgens spontan vor eine ubahn werfen wuerde, wenn ich es nicht taete).
in diesem zusammenhang gibt es eine lustige, nein, vielmehr beaengstigende sache, die mir neulich passiert ist. ich bin mir nicht sicher, ob ich davon ueberhaupt erzaehlen kann, ohne dass man mich fuer krank haelt. aber da mir sonst nichts lustiges mehr passiert, bitte:
ich hatte mir den ganzen tag lang (mal wieder) gedanken ueber mathe gemacht und auch noch irgendetwas gelernt und lag dann abends erschoepft in matzes bett und bin eingenickt. irgendwann hat matze sich dann nach dem zaehneputzen neben mich gelegt, so dass ich halb-wach wurde. ich meinte dann "ich muss auch noch zaehne putzen", woraufhin er so etwas sagte wie "geh doch schnell". jedenfalls hab ich gefragt - achtung: "was muss ich da rechnen?" und da sah vor meinem geistigen auge irgendwelche formeln. weil ich im halbschlaf war, konnte ich mich eine minute spaeter gar nicht mehr richtig daran erinnern und dachte deswegen erst, matze wolle mich veralbern, als er sich darueber lustig machte.

wie diese geschichte zeigt, ist mein psychisches wohlbefinden vielleicht in letzter zeit nicht das beste. ich hab teils nicht mal mehr richtig hunger, was bei mir im grunde als unmoeglich galt. - ich will nicht rumnoehlen, jammern und mich beschweren. und auch wenn ich (momentan) nicht daran denke, dass studium aufzugeben, glaube ich, dass es schwer wird, das durchzustehen. es liegt nicht daran, dass es unmachbar schwer waere, was nicht der fall ist, sondern dass wir nichts machen, dass mir spass macht. mal von der astrovorlesung abgesehen, interessiert mich das alles nicht. wir reden seit drei wochen oder so ueber schwingungen..?! dazu kommt, dass es sehr viele "dumme leute" dort gibt, die einem den tag schon verderben, wenn man sie nur sieht - und wenn sie dann noch etwas zu einem sagen, ist alles zu spaet. teilweise wuensch ich mir ein stinkender aussenseiter zu sein, so dass mir alle einfach aus dem weg gehen und ich meine ruhe vor der welt hab.

nunja. ich hoffe, dass die vorlesungen interessanter werden. wenn nicht, ueberlege ich, wechsle ich auf lehramt und belege noch ein anderes fach - vielleicht kunst oder germanistik. jedenfalls etwas, das richtig laune macht und ganz anderes ist, damit ich einen ausgleich habe.
mir wurde in letzter zeit z.b. oefter nahe gelegt, ich sollte doch etwas kuenstlerisches machen und habe jetzt sogar eine auftragsarbeit angeboten gekriegt, die ich annehmen werde und die mich wohl in den weihnachtsferien beschaeftigen wird. ausserdem hat matze angekuendigt, mir einen schoenen schreibfueller zu weihnachten zu schenken, so dass ich bald endlich "richtig" schreiben kann.
all diese lichtblicke, auch wenn in noch ferner zukunft, lassen mich ein wenig hoffen, "dass alles besser wird".

wo ich gerade von weihnachten rede: ich habe noch immer kein einziges geschenk, weil ich keine zeit finde einzukaufen. am montag hab ich meine erste klausur (theoretische physik, lief ganz gut) geschrieben und naechste woche werde ich die naechste schreiben (experimentalphysik). was fuer mich bedeutet: ich werde, neben nachhilfe geben, atmen und stundenweise schlafen, meine zeit in erster linie mit lernen verbringen muessen und auf eine erleuchtung hoffen.

was dies alles positives hat: ich freue mich zum ersten mal seit jahren richtig auf die ferien.

in diesem sinne,
happy halloween. o_x

14.12.06 12:36, kommentieren

"einmal england ohne rueckfahrt, bitte!"

und wieder ist eine weile vergangen, seitdem ich das letzte mal von mir hoeren lassen habe. gruende dafuer gibt es viele. aber in erster linie habe ich einfach nicht daran gedacht zu blogen.

mein studium laeuft unerwartet gut. nun, vielleicht ist gut uebertrieben - aber immerhin besser als erwartet. und auch im uebrigen geht es mir einigermassen akzeptabel.

seit letzter woche bin ich wieder sehr kreativ gestimmt, was womoeglich mit der wissenschaftlichen einseitigkeit des studiums zu tun hat, die ohnehin frueher oder spaeter einen gegenpol verlangt haette. ich habe eine so unglaubliche lust zu schreiben und in meinem kopf schwirren ganze hierarchien von ideen. leider habe ich, obwohl ich von meiner mama ein famoses notizbuch geschenkt bekommen habe, nicht die dazu passende schwarze tinte und -es mag daemlich klingen- ohne sie will ich nicht anfangen, es mit meinen ideen zu beklecksen. ich werde mir also ziemlich bald welche zulegen muessen.

wohl irgendwie im zuge meiner kreativen phase habe ich mich heute dazu entschlossen, in naeherer zukunft mal nach england zu fahren. das land birgt fuer mich irgendwie eine gewisse mystik, die ich durch meine reise hoffentlich nicht zerstoeren wuerde, und ich bin gerade zu besessen von dem gedanken, dort zu sein. am liebsten wuerde ich mit dem zug durch's land fahren - mit matze im gepaeck und photoapperat. aber ich glaube geldtechnisch wuerde sich das ein wenig zu arg niederschlagen.
dennoch..! in england gibt es beispielsweise einen "raven master" - einen mann, dessen einzige aufgabe darin besteht, acht raben im tower of london zu pflegen. diese raben [baldrick, bran, branwen, gunulf, gylum, hugine, munin] bewohnen den tower einer legende wegen, die besagt, es braeche grosses unglueck ueber england ein, wuerden die raben den tower jemals verlassen. phantastisch!

die uebrige menschheit hingegen scheint mir zur zeit eher weniger phantastisch. dadurch dass ich genoetigt bin, jeden tag beinahe drei stunden in bussen und u-bahnen zuzubringen, mutiere ich mehr und mehr zu einem misanthropen. mir begegnen so viele menschen - und ich weiss mit sicher der haelfte einfach nichts besseres anzufangen, als sie nicht zu moegen. das mag oberflaechlich klingen. aber ich kann nicht anders. wie sie andere behandeln, wie sie auftreten, sprechen, ... - narf! ich kann sie nicht moegen.

man moege es mir verzeihen,
gute nacht.

3 Kommentare 6.11.06 23:03, kommentieren

die physiker und gott.

nachdem ich heute den ersten teil der einfuehrungsveranstaltung fuer's physikstudium erfolgreich absolviert habe, bin ich mir relativ sicher zu wissen, weshalb so viele physiker an gott glauben. das hat nichts mit der naehe "zur unbekannten materie und nicht-beantwortbaren unmoeglichkeiten" zu tun. nein-nein!

die einfuehrung bestand nicht aus freundlichen, mut spendenden worten, sondern viel mehr darin, uns anwesenden alle moeglichen gruende zu nennen, weshalb wir eigentlich nicht dort sein sollten, wo wir waren, und wieso wir besser nicht physik als unser studienfach haetten waehlen sollen. im krieg nennt man solches verhalten "demoralisierung"; an der uni scheint es selbstverstaendlich. mal abgesehen davon, dass ich relativ genau wusste, worauf ich mich da einlasse, bin ich der meinung, man haette die ganze sache etwas motivierender angehen koennen. aber so hiess es: menschliche beziehungen habt ihr keine, den groessten teil des tages werdet ihr mit lernen verbringen, den anderen verbringt ihr an der uni, etc. pp. - man kann sich denken, wie es weiterging. jedenfalls glaube ich, dass sich physiker gott so nahe zu fuehlen glauben, weil sie waehrend dem studium so oft verzweifeln, dass sie seelischen beistand brauchen. und weil sie keine zeit haben, zu einem psychologen noch zu einem geistlichen zu gehen, denken sie sich eben gott. und mit der zeit vergessen sie mehr und mehr, dass gott, eigentlich schoepfung ihrer fiktion, nicht fuer alles eine antwort hat - nicht loesung aller dinge ist.

dass ich durch mein studium noch zu gott finde, bezweifle ich trotzdem. bis jetzt konnte mich keine "krise" dazu bekehren..

3 Kommentare 12.10.06 17:33, kommentieren